25.02.
Der Wettergott meint es gut mit uns und es geht von Kaponga aus auf den Mount Taranaki (oder auch Teriyaki oder NZs Mounz Fuji 😉 ).
In den nächsten 3 Stunden gelangen wir durch den Regenwald an den Wilkies Pools vorbei, die eigtl. nur ein Gebirgsbach sind, zu einem Look out. Es handelt sich aber tatsächlich nur um einen Parkplatz ohne besseren Ausblick, als wir ihn schon hatten.
Der Weg ist schön, grün und regenwaldig, so habe ich mir NZ vorgestellt. Aber die Landschaft könnte auch in Kolumbien oder so sein. Zuletzt machen wir noch einen Abstecher zu den Dawson Falls und beschließen, nach gefühlt 1000 gesehenen Wasserfällen, in Zukunft nur noch zu den Überwältigenden zu gehen.

Wir fahren nun den ganzen Vulkan wieder runter, einmal einen großen Bogen um ihn herum und auf der Nordseite wieder auf ihn rauf, um dort zu schlafen.
26.02.
Das Wetter ist immer noch schön, also wandern wir 2 Stunden dem Veronica loop. Dank gefühlten tausend Stufen schaffen wir 237 Höhenmeter in 35 Minuten zu einem Look out, von welchem wir wörtlich einen atemraubenden Blick über die Wolken auf den Tongariro Vulkan und den Berg daneben haben. Runter geht es dann entlang eines dichter bewachsenen Weges mal wieder auf und ab. Da lob ich mir die deutsche Effizienz Wege rauf oder runter zu bauen…
Über den Wolken ist das Leben nicht nur grenzenlos, nein man kann sogar bis zu Mt. Doom, wo wir das Tongariro crossing machen werden, sehen!
Wir haben genug geschwitzt und fahren an die Küste. Dort werden wir auf dem Parkplatz gleich von einem äußerst hilfreichen alten Camper-Ehepaar in Empfang genommen. Auf meine Frage, wo es hier denn Toiletten gibt, bekomme ich die Antwort, Ihr wisst aber schon, dass man hier als nicht Selbstversorger nicht übernachten darf! Danke, ja, parken aber schon – Sonne, Mond und Sterne sehe ich noch keine. Kann ja nicht jeder nett sein. Wir finden die Toiletten selber und laufen zum Strand. Es ist herrlich! Seht selbst! Die three sisters (irgendwie sind’s aber mehr als 3 Felsen) und der Elephant rock.
In der nächsten Bucht gibt es noch andere kleine runde Boulder und welche, die aussehen wie eine Gestalt.
Den Sonnenuntergang gibt es bei Mokau, mit Blick auf Mt Taranaki. Die Küste ist wohl abgerutscht und wir finden keinen offiziellen Weg zum und vom Strand und müssen wohl gedrungener Maßen durch Privatgrund.
27.02.
Wir fahren nach Te Kuiti und verbringen unseren Tag dort unspannend. Auffallend anders als zur Südinsel treffen wir auf immer mehr Maori und Pacific Islander je nördlicher wir kommen.
Auch dieKinntätowierung bei Frauen nimmt auffallend zu. Ich finde es ja sehr spannend, denn sind die Tattoos richtig gestochen, dann kann man in ihnen sehr viel über die Person und ihre Abstammung lesen. Dieses Gekrakel am Kinn steht anscheinend außerdem auch für den Atem, der einen am Leben hält – google weiß da aber mehr.
Mittlerweile sind wir so nördlich, dass es schon um halb 9 dunkel wird – und der Winter kommt ja auch immer näher. Das ist ein wenig doof, denn man sollte bis dahin gegessen und abgespült haben und kalt wird es ja dann auch noch… Unter den Umständen andere Leute kennen zu lernen bleibt nach wie vor schwierig, denn jeder zieht sein warmes Auto vor.
28.02.
Früh morgens geht es für uns zu den Waitomo Caves. Wir haben hier eine Glowworm-Höhlen-Tour gebucht (schlappe 75 $ für gute 3 Stunden…). Wir sind zu zwölft zwanzig Minuten in einen Minibus gepfercht und voller Vorfreude, als wir nach 20 Minuten wieder freigelassen werden. Es geht los in die erste Höhle. Man sieht einzelne blauleuchtende Punkte an der Decke. Noch dürfen wir Fotos machen. Tatsächlich handelt es sich aber nicht um Würmer, sondern um Maden und sie sehen bei Licht nicht wirklich schön aus. Sie spinnen 20-60 Fäden, die von der Decke hängen, um damit ihr Essen zu fangen. Andere Tiere werden von dem schönen Licht, das ihre Nieren (oder was anderes) produziert angelockt und dann zack! kleben sie fest. Also lieber Licht wieder aus und weiter in die Höhle hinein. Nun sind Fotos und Lärm verboten. Wir sollen die anstehende 20 minütige Bootsfahrt genießen. Es sind eine Mio. hungrige Wesen über uns. Es ist wirklich so, als ob man unter der Milchstraße dahinschwebt. Herrlich.
Danach geht es wieder aus der Höhle raus, es gibt morning tea und wir starten weiter zur zweiten Höhle. Diese ist eher unspektakulär – keine Glowworms, nur Tropfsteine, aber ein Mini Moa Skelett!
Nach einem kurzen Mittagessen fahren wir Richtung Küste und wieder zurück. Unsere Stops:
Ruakuri Bushwalk – Regenwald, Höhle mit Blick auf einen Fluss und eine Art Tunnel

Mangapuru natural bridge – eine kleiner Weg zu einem rießigen steinernen Bogen, was mir nicht sehr geheuer ist…
Piripiri Cave – eine dunkle und sehr tiefe Höhle, in die man einen Teil weit auf einer Treppe betreten kann
Marokopa Falls – wunderschöner Wasserfall mit Regenbogen

01.03.
Wir fahren heute nach Turangi und bereiten uns für das Tongariro crossing morgen vor. Wir strecken heure mal vor allem die Füße in den Himmel.

02.03.
Nun ist er da. Der Tag des Tongariro crossings. Wir werden um 8:30 vom Ende zum Anfang des Trecks gebracht. Es stehen schon zig andere Busunternehmen am Parkplatz und wir wissen, Ruhe und Einsamkeit finden wir hier nicht. Es werden ca. 500-1000 Menschen heute das gleiche vorhaben. Hilft ja nichts. Wir sind immer noch entschlossen den Weg über knapp 1000 Höhenmeter und 19.4 km zu gehen. Die Landschaft ist so schön und ungewohnt, da wir hier über eine Vulkankette laufen. Vorbei an Mount Doom, gelblichen und roten Kratern zu dem Highlight den Seen, die man ab dem Gipfel sehen kann. Wir können es kaum erwarten zu ihnen zu kommen, doch der Weg ist eine Rutschpartie. Man kann es ungefähr mit bergab im frischen Tiefschnee vergleichen. Mit jedem Schritt sinkt man bis zum Knöchel in das Kiesgeröll und rutscht. Und wie beim Skifahren hofft man die ganze Zeit, dass nicht jemand anderes einem reinrutscht. Mit der Zeit kommen langsam auch die Schmerzen und nach 12 km könnte es auch vorbei sein. Aber wir sind ja in NZ und der Weg verläuft unzählige, unnötige km in ewigen Serpentinen. Aber je länger man braucht, desto weniger Menschen sind unterwegs 😉
Wir haben heute auf jeden Fall einiges geschafft und es war es wert! Seht selbst! Nicht zu vergessen:
Gutes Wetter hier hat man auch nicht jeden Tag.