On the road again

11.02.

Nach einer herzlichen Verabschiedung von Julie und Andrew heißt es back on the road! Ich hole Krissi vom Bus in Amberley ab und wir fahren Richtung Kaikoura. Es ist komisch nicht mehr Marco neben sich zu haben. Es heißt mal wieder sich wieder kennen zu lernen. Ich gewöhne mich schnell ans Autofahren und die die Nachwirkungen von dem Erdbeben sind eigtl. auch nicht wirklich auf der Straße zu sehen. Gut, das ist dann wohl der Teil der gesperrt ist, wo man es wirklich sehen kann.

Wir halten in einer kleinen Bucht kurz vor Kaikoura um die Aussicht zu genießen. Was wir dann sehen sind Delfinschulen von 20-30 Tieren, die fröhlich durch das Meer schwimmen und springen und versuchen Saltos zu machen. Es ist so schön hier.

Wir fahren weiter auf die Halbinsel vor Kaikoura und latschen die felsige Bucht entlang zu den Robben, die mal wieder faul in der Sonne liegen.

Den Abend verbringen wir mit Brotzeit bei Sonnenuntergang und Meeresrauschen. Es ist traumhaft hier.

12.02.

Unser Wecker klingelt um 6:15, denn wir wollen den Sonnenaufgang sehen. Es lohnt sich. Der Himmel ist schon knall rot. Wir schauen dem Himmel zu wie er sich langsam verfärbt und immer heller wird und nickern dann nochmal vor uns hin. Wir sehen am Vormittag noch einige Delfine springen.

Wie kann ein Ort so wunderschön und traurig sein??

Um mich abzulenken gehen wir eine Stunde steil auf den Mount Fiffy hinauf, um eine schöne Aussicht über Kaikoura zu haben. Atemraubend finde ich aber eher den Weg, als die Aussicht.

13.02.

Die lange gravelroad war für einen Reifen zu viel und macht sich einfach mal Luft. Gott sei Dank bemerken wir das auf dem Supermarktparkplatz, wo wir auch Hilfe bekommen können. Also das gleiche Spiel wie in den ersten Tagen meiner Reise schon. Ein Kanadier erbarmt sich unser und hilft uns bei dem Reifenwechsel. Der geflickte ursprüngliche Reifen kommt wieder drauf und das Ersatzrad wieder unters Auto, damit es in einer Werkstatt geflickt werden kann.

Am Nachmittag eröffnet mir Krissi auch noch, dass sie nicht weiß, was sie will und dass wir ja recht unterschiedlich sind und sie eigtl. Zeit zum runterkommen braucht und sie eigtl. gar nicht mehr weiterreisen will, da ihr alles zu viel ist. Kurzum die Suche nach einer neuen Travelmate geht wieder von vorne los. Meine Nerven liegen blank.

Wir fahren weiter Richtung Nelson und schlafen in Culverden.

14.02.

Mein lieber Freund hat einen Plan ausgeheckt. Als ich in der Früh aus dem Bad wieder ins Auto komme, liegt ein kleiner Bund Wiesenblumen mit einer Karte im Auto, die Krissi in Marcos Auftrag gepflückt hat. Endlich mal wieder ein richtig schöner Moment.

Wir verbringen den ganzen Tag im Auto um Nelson näher zu kommen. Ganz schaffen wir es nicht und schlafen somit in der Nähe von Murchison. War der Tag spannend? Nicht wirklich.

15.02.

Ich habe jetzt hoffentlich endgültige eine andere Travelmate, Ella, 27 aus Hamburg oder so, gefunden, die ich am Wochenende in Picton treffen werde.

Wir kommen mittags in Nelson an. Die „Metropole“. Hier können wir alles erledigen was wichtig ist: günstig einkaufen, günstig tanken, im Handyladen vorbeischauen, in der Bücherei alle Geräte aufladen, usw. Als erstes suchen wir aber eine Werkstatt um den Reifen flicken zu lassen. Wir kriegen jedoch gesagt, dass der Reifen, selbst als Ersatzrad, zu wenig Profil hat und sie aus gesetzlichen Gründen daher nicht reparieren können. Wir fahren zu einer anderen Werkstatt und beten, dass sie es machen und ich nicht einen neuen Reifen kaufen muss. Wir lassen den Reifen dort, erledigen Sachen und als wir ihn wieder abholen ist er tatsächlich geflickt. Es scheint wieder bergauf zu gehen für mich.

16.02.

Nach einem kurzen Büchereibesuch, fahren wir an den Strand um nichts zu tun. Das Meer ist wärmer als wo anders aber weiter als mit den Beinen geh ich aber auch hier nicht rein.

Wir lernen den Südafrikaner Warren kennen, mit dem wir am Abend noch auf den Hausberg „Center of NZ“  gehen um den Sonnenuntergang anzuschauen. Es ist traumhaft hier. Die Fotos sind übrigens nicht überbearbeitet, es sah tatsächlich so aus!

Da ich immer noch Hunger habe, machen wir einen Abstecher zu der „königlichen Burgermanufaktur“, wo ich mit zwei älteren Herren ins Gespräch komme. Auf dem Parkplatz davor, fangen nach einander auch noch drei verschiedene Leute an mit uns zu reden. So viel Geschwätz ist man ja gar nicht gewohnt.

17.02.

Es ist Regen und somit ein Tag in der Bücherei angesagt. Zeit um sich um alles mal wieder zu kümmern.

Natürlich ist die Welt klein, als ich gedankenverloren am Burger King vorbeilaufe, sehe ich Isabelle, meine erste Travelmate drinnen sitzen. Es ist verrückt! Wir haben uns über zwei Monate nicht mehr gesehen oder gehört.

Am Abend gibt’s wieder den besten Burger NZs für mich im Ratlle ‚n‘ Hum. Dort treffen wir einige interessante Locals, mit denen wir Billiard spielen. Einer von ihnen ist eine Mischung aus Dekorateur und Innenausstatter. Da er nach etwas Neuem gesucht hat, ist er auf einem Fischerboot drei Monate in die Antarktis gefahren. Sehr cool!

18.02.

Krissi verlässt mich heute um den Queen Charlotte Track zu gehen. Ich verbringe den Tag wieder recht unspektakulär in Nelson. Wo wir normalerweise immer übernachtet haben, ist heute Markt angesagt. Er ist rießig und ich treffe auf einen Klavierspieler, den wir schon aus Queenstown kennen. Er sieht aus wie ein Aussteiger, lernte schon als kleines Kind Klavier spielen vom Hören und hat ein Stipendium an einem Konservatorium bekommen. Da er aber aus Leidenschaft spielt, zieht er mit seinem Klavier, das er auf einem Schrottplatz gefunden hat, umher. Somit kann er sogar sein Kind ernähren.

Für die nächsten Tage ist nun wieder Sommer angesagt.

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