19.03.
Es ist mein erster freier Tag und ich nutze ihn um faul zu sein. Ich habe eine neue Travelmate gefunden. Sie wird am Mittwochnachmittag kommen und mit mir ans Eastcape und nach Tauranga fahren.
20.03.
Es geht mit Hannah,eine aus dem Hostel, zur Rere Rockslide. Hört sich lustig an? Ist es auch. Es ist eine natürliche breite Rutsche in einem Fluss. Sprich der Fluss fließt ganz normal, fließt dann aber über einen schrägen breiten Felsen nach unten. Genau an dieser Stelle kann man wahnsinnige Leute mit ihren Bodyboards treffen. Wir möchten an dem Wahnsinn auch teilhaben und runterrutschen. Die erste Hürde: Das Wasser ist riiiiichtig kalt und ich habe nur einen kurzen Wetsuite – Quasi ein Badeanzug mit Ärmeln. Die zweite Hürde: Überall sind Algen und es ist super glatt und der Strom ist nicht ohne. Als wir es dann endlich bis in die Mitte von der „Rutsche“ geschafft haben, wird erstmal diskutiert, wer zuerst rutscht und sich traut. Ich tu es. Einmal in die Knie und dann Kopf voraus auf’s Bodyboard. Ich sehe wie die Hubbel, die der Felsen hat, auf mich zu rasen. Ich bleibe bis unten auf dem Board und habe es überlebt! Bisschen beängstigend, kalt und Adrenalin. Ich will nochmal. Wir wechseln uns beim Rutschen ob. Bei meinem zweiten Versuch stehe ich am Anfang und schwuuups – ich rutsche auf den letzten 20 cm aus. Es geht den ganzen Weg auf meinem Hintern runter. Über jeden Hubbel. Fast kann ich das Board auf dem Weg nach unten fassen, aber ich bin schneller als das Board. Ich bin unten und mein Hintern tut weh. Einen dritten und letzten Versuch starte ich einem Reifen. Meiner Meinung nach die coolste Option.
Nachdem wir trocken sind fahren wir wieder zurück und halten noch kurz an den Rere Falls.
Es ist wieder eine echt schöne Strecke auf einer Straße, die sich quer durchs Hobbitland schlängelt.
21.03.
Heute ist der Tag gekommen an dem ich zum ersten Mal surfen werde. Es geht mit anderen aus dem Hostel morgens ab an den Strand und rein in die Wellen. Wo ich den Wetsuit und das Board herhabe? Es gibt viele nette Menschen im Hostel und kaum einer sagt nein. Es ist vielleicht nicht das perfekte Board oder der bestpassendste Wetsuit für mich, dafür aber umsonst.
Wir fahren nach Wainui und mir wird gezeigt wie es funktioniert und was ich machen muss. Nun heißt es Ich vs. Wellen. Wir sind zu fünft. Drei gehen richtig surfen, Hannah und ich plantschen im Whitewater. Es ist ein wenig beängstigend, wenn man bis zur Brust im Wasser steht und dann eine rießige Welle auf einen zu rast. Entweder man kommt gut durch oder man landet im Waschmaschinenschleudergang. Nach einer Stunde mit dem Gefühl in einer Waschmaschine zu stecken, finden auch die anderen, dass die Wellen viel zu schnell und unklar kommen. Wir fahren zurück nach Gisborne an den Hausstrand – Midway beach. Hier kommen die Wellen viel langsamer man hat Zeit sich darauf vorzubereiten und es ist einfach viel angenehmer. Wohl der bessere Ort für ein erstes Mal auf dem Brett.
Hungrig fahren wir mittags heim und verbringen den Nachmittag faul im Hostel.
Weil ich nun so sportlich geworden bin, fahre ich auch noch mit dem Radl, was ich mir ebenfalls von jemanden ausleihe, zum Strand um den Sonnenuntergang zu sehen. Naja, eigtl. nehme ich das Rad nur, damit mein Parkplatz auf dem Hof danach nicht weg ist 😃
22.03.
Ich verlasse heute mein zwischenzeitliches Zuhause der Flying Nun, denn ich bekomme heute eine neue Travelmate – Sandra, deutsch, 29.
Es ist so wahnsinnig heiß heute, es hat sicherlich 30 Grad. Also mach ich mir einen Tag am Strand. Das ist aber auch zu heiß und das Meer zu kalt. Ich laufe ein wenig den Kaiti Hill hinauf und habe einen schönen Ausblick. Bei 30 Grad? Ja das denk ich mir auch… Aber plötzlich flitzt ein brauner Blitz über den Weg. Ein Wiesel. Schon hat es sich für mich gelohnt.
Am späten Nachmittag kommt Sandra an. Wir lernen uns kennen, gehen einkaufen, fahren ans Meer und essen bei Sonnenuntergang.
Vor zwei Monaten ist die Sonne gegen 10 Uhr untergegangen und dunkel wurde es ab halb 11. Nun sitzen wir schon um 8 Uhr in kompletter Finsternis. Das ist so verrückt. Was macht man mit seiner restlichen Zeit wenn man keinen Strom und Licht hat?
Es war heute außerdem so heiß, dass wir die Tür offen haben und es immer noch zu warm zum Schlafen ist. Ich will gar nicht wissen, wie es in Asien oder auf Tonga wird….
23.03.
Wir wollten eigtl. heute Früh weiterfahren. Aber es regnet und ist nebelig. Da hat man auch keinen Spaß die Strände Richtung East cape ab zu fahren. Wir entschließen uns den Tag in der Library zu verbringen und auf hoffentlich schöneres Wetter morgen zu warten.
Die letzten 10 Tage in Gisborne waren eine neue Erfahrung. Ich habe jede Menge neue Leute in der Flying Nun kennengelernt und es hat sich fast wie ein Zuhause angefühlt. Es ist komisch jetzt wieder mit Hubble unterwegs zu sein, auf Parkplätzen zu kochen und sich nach der Sonne zu richten. Ich bin auch gefragt worden, ob es denn nicht komisch ist jemand wildfremden bei sich im Auto zu haben und mit dieser Person dann auch noch ein Bett zu teilen. Nein, nicht wirklich. Wir reisen alle und natürlich muss man dafür offen genug sein. Ich fand es anfangs als ich nach Gisborne gekommen bin eher sehr komisch alleine zu sein und zu schlafen. Ich habe mich zu Beginn fast ein wenig einsam gefühlt. Es ist wohl aber alles Gewöhnung.