04.02.
Black Saturday – Dieser Tag wird der nächste Staatstrauertag. Marco verlässt nicht nur Neuseeland, sondern hinterlässt auch seine sehr traurige Freundin, Horny und Hubble.
Warum, wieso und weshalb? Fragt ihn selber…
Mit sich schließenden Türen, haben sich unsere Wege geschieden.
Da Julia nun wieder alleine ist, wird sie ehrenhaft alleine den Blog weiterführen und weiterreisen.
Wann und vor allem wo wir uns wiedersehen werden? Das wissen wir noch nicht so genau, aber wir lassen es euch wissen 😉
Meine Wege führen mich 50 km nach Amberly zu Andrew, Julie und ihrem Sohn William, wo ich in den letzten Tagen Gott sei Dank eine Helpx Zusage bekommen habe! Es ist gut, dass ich hier bin und etwas zu tun habe. Helpx ist so ähnlich wie wwoofing. Die Idee: man arbeitet ca. 4 Std/Tag im Garten, Haus, passt auf Kinder auf etc. und bekommt dafür Essen und ein Dach überm Kopf.
Die Familie und die andere Helpxerin sind sehr nettund es gab erstmal lecker Würstl vom Grill =) Es ist aber alles so ungewohnt. Ein Haus, ein Zimmer, ein Bett, Wifi (auch wenn es nur schlecht funktioniert) und alleine sein. Ich fühle mich hier ein wenig verloren.
05.02.
Wir sind heute auf dem Weingrund und schneiden die Pflanzen zurecht. Es ist eine schöne Arbeit, die gut ablenkt. Das schöne, heiße Wetter bleibt bestehen. Es ist fast zu heiß.
Nach dem Mittagessen fahren die andere Helpxerin (eine Chinesin, deren Name ich mir nicht merken kann) an den Strand. Es ist so heiß, dass ich mich sogar ins Meer wage. Die Wellen sind aber sehr stark und werfen mich bald um. Pflatsch.
Kaum bin ich aus dem Wasser wieder draußen traue ich meinen Augen nicht. Es schwimmen zwei Delfine in maximal 5 Meter Entfernung den Strand entlang!!! Wie toll ist das denn? Also laufen wir einige Zeit neben ihnen her, bis wir wieder umdrehen sollten.
Was für ein schöner Tag. Ich muss auch sagen, obwohl die Familie Briten sind, sie können lecker kochen. Außerdem ist seit zwei Tagen endlich der Sommer mit Temperaturen um die 30 Grad angekommen!
Wie es aber immer so ist, am Abend bekomme ich eine Nachricht von meiner Travelmate, die mir absagt, da sie sich verliebt hat und mit dem Typen weiterreisen will. Die Liebe. Herrlich… Also hoffe ich jetzt noch spontan jemanden zu finden, der mit mir auf die Nordinsel reist. Meine Laune ist auf dem Tiefpunkt.
06.02.
Unsere Arbeit heute besteht darin Steine zu sammeln und um neuen Lavendel herum zu legen. Andrew macht noch dazu Witze, dass das in Gefängnisarbeit ist. Genauso fühle ich mich. Als wir noch einigen Stunden damit fertig sind, darf ich noch den alten Lavendel mit einer elektrischen Schere trimmen. Das macht schon mehr Spaß, brumm brumm.
Den Nachmittag verbringe ich damit eine neue Mitreisende zu finden…
07.02.
Wir fahren wieder auf den Wineyard um die Pflanzen weiter schön zu schneiden. Es ist die Arbeit die mir am besten gefällt. Ich mag es und die Zeit vergeht schnell. Ich denke in der Ernte auf einem Weingrund zu arbeiten ist sehr anstrengend, aber ich denke, dass es mir Spaß machen wird. Nur natürlich muss mal wieder die Suche vor mir herschieben und krieg das nich so gebacken… Aber Travelmate suchen geht halt auch vor und ich habe auch eine gefunden. Krissi, deutsch, 22 und scheint nett zu sein.
Habe ich nicht am Anfang gesagt Briten können kochen? Ich nimm es zurück. Es gibt zu allem Erbsen und nie Soße. Alles ist trocken. Also biete ich an Pizza zu backen. Yabby hilft und ist von allem begeistert. Selbst Schafe füttern macht sie glücklich. So ist das, wenn man aus einer anderen Welt kommt.
08.02.
Yabby (die Chniesin, endlich weiß ich wie sie heißt 😀 ) fährt heute weiter. Somit bin ich hier alleine bei meinen Hosts und alleine im Haus. Es fühlt sich ein wenig leer an.
Meine Aufgaben heute: Terassenstühle putzen, einen super fancy Bettstuhl (früher Bett, heute abgeschnitten und ein Thron) anmalen und Rosen schneiden. Die Aufgaben sind mittelspannend, wobei ich gerne den Stuhl streiche. Im Radio läuft nur Musik, die sich um Mann, Frau, Gefühl etc. dreht. Haben die Menschen denn nichts anderes worüber sie singen können?

09.02.
Auf dem Programm steht wieder 1 ½ Std. Steine schleppen, ich explodiere vor Freude. Danach kann ich immer hin den Stuhl weiter anmalen und ein Regal.
Am Nachmittag verschlägt es mich auf einen Wein Wanderweg. Da die Beschilderung so ausgezeichnet ist und gogglemaps im nirgendwo brilliant funktioniert, bin ich nach einer Std aber nicht wieder am Anfang der Route, wie erwartet, sondern irgendwo auf einer anderen Route. Es kommen mir die ersten Menschen entgegen und ich frage sie, wie ich wieder zum Anfang komme. Den ganzen Weg zurück, 20 Minuten. Das kommt mir komisch vor. Nach 20 Minuten bin ich immer noch im Nirgendwo, aber in der richtigen Richtung. Statt 45 Minuten, bin ich letztendlich 2 Std durch eher weniger idyllische Felder gelatscht.
10.02.
Heute ist mein letzter Tag und wir fahren auf den Weingrund und rupfen Unkraut raus. Schade. Schneiden ist eindeutig schöner, als die ganze Zeit auf dem Boden zu knien und Unkraut rauszureißen. Vor allem sind meine Knie immer noch nicht ganz gut und knien tut recht weh.
Am Nachmittag packe ich meine Sachen, putze ein wenig das Auto und meine Hütte und schwups ist der Tag auch schon wieder vorbei. Morgen geht es los Richtung Kaikoura mit Krissi. Ich bin mal gespannt wie alles klappt und ob wir mit einander auskommen.
