09.04.
Es ist Sonntag und somit der Tag der Ellerslie Carfair, der Grund, warum ich überhaupt nach Auckland gekommen bin. Ich verspreche mir hier die besten Chancen Hubble zu verkaufen. Nach 4 Stunden und einigen Testfahrten fahre ich mit Hubble wieder erfolglos nach Hause. Das Problem ist nicht der Preis, sondern dass keine Backpacker momentan nach NZ kommen und somit keine Nachfrage besteht. Die einzigen Angebote, die ich bekommen habe, waren von Autohändlern für 2000$. Das tut nicht nur weh, weil es weit unter meinem Preis ist, sondern auch weil Hubble eindeutig mehr Wert ist. Bevor ich ihn einem zwielichtigen Händler für einen schlechten Preis gebe, versuche ich lieber ihn anderen Backpackern für den Preis zugeben. Es ist frustrierend.
Zurück bei Hamish warten nicht wirklich Aufgaben, wie bei anderen Hosts auf mich. Ich soll stattdessen einfach schauen, was zu putzen und machen ist und dies tun. Er meinte schon, dass er nicht viel zu tun haben wird für mich, ich aber die 10 Tage bei ihm bleiben kann. Er hatte schon seeeehr viele Couchsurfer hier, was es nun ein wenig eine Mischung aus Helpx und Couchsurfing werden lässt.
10.04.
Da es so viel Spaß und Freude bereitet Hubble zu verkaufen, laufe ich Auckland auf und ab und verteile Aushänge in allen Hostels in der Innenstadt. Auckland fängt an mich zu nerven. Erst muss ich außerhalb des Stadtzentrums eine halbe Stunde jede Straße auf und abfahren, um einen Parkplatz zu finden, dann zahle ich einiges an Parkgebühren, sowie für den Bus in die Stadt. Es ist eine typische Großstadt mit all ihrer Hektik, Menschenmassen und Verkehr. Ich sehne mich nach den Kleinstädten und der Natur NZs. Auf einer der Straßen stolpere ich über einen Postboten, der die Post auf dem Boden verteilt, um sie vermutlich zu sortieren.
Nachdem ich alle Aushänge in den Hostels der Innenstadt verteilt habe, gehe ich noch in die Artgallery. Die Portraits von Maoriführern gefallen mir hier besonders. Leider ist das Fotographieren verboten, aber man findet Bilder auf google, wenn man nach Charles Frederick Goldie sucht.
11.04.
Das Wetter ist durchwachsen, aber ich beschließe zur Mission Bay zu fahren. Diesmal mit dem Bus, was länger dauert, aber entspannter ist. Es ist wolkig und windig, dennoch schön am Meer zu sein. Da mein Host nicht wirklich etwas zu tun hat, außer das Haus zu putzen, meint er ich solle es mehr wie Couchsurfing sehen und entspannen.
12.04.
Ich treffe mich heute mit einem Mädel, dass mir auf Facebook wegen Hubble geschrieben hat. Sie schaut sich heute drei Autos an und eins davon soll es werden. Ich bin so gespannt, was passieren wird und hoffe unendlich, dass sie Hubble mag und ihn kaufen wird. Ich habe alles gegeben, aber sie haben einen besseren Deal bekommen.
Es regnet, passend zur Stimmung.
Ein papageienartiger Vogel ist das Highlight meines Tages und ich freue mich drüber wie ein Kind.

13.04.
Das Wetter ist schlecht. Mich hat wieder ein Mädel angeschrieben, die sich das Auto anschauen möchte. Ich schicke ihr noch einmal die Anzeige mit den Autodetails und mache mich auf den Weg. Laut Navi sind es 30 Min. Tatsächlich ist der Verkehr verrückt und ich brauche über eine Stunde zu ihr. Oder besser gesagt ihnen. Es stehen nämlich drei Asiatinnen dort, die zusammenreisen. Hubble hat aber eindeutig nur zwei Sitze. Also fahre ich nach 5 Minuten wieder nach Hause. Es regnet mehr und wir erwarten mal wieder einen Zyklon und einen schlimmen Sturm.

14.04.
Der schlimmste Sturm aller Zeiten solle heute NZ erreichen. Tatsache ist jedoch, dass die Sonne scheint und ich den Tag am Cheltenham Beach verbringe. Ich laufe auf den North head, einen von Aucklands Vulkanen, von welchem man eine wunderschöne Aussicht hat. Aufgrund seiner dem Hafen Aucklands vorgelagerten Position, n den letzten Kriegen als Verteidigungsposten benutzt. Es stehen einige Kanone auf ihm und in ihm befindet sich ein großes strategisches Tunnelnetz, durch das man laufen kann.
Am Abend kommt noch ein Typ sich das Auto anschauen, aber er bietet mir lächerliche 1600$. Genauso erbärmlich, wie die anderen Angebote auf Facebook.
15.04.
Da ich noch im Besitz eines wundervollen Campervans bin, nutze ich diesen und fahre zu Mount Eden. Es ist der höchste Vulkan Aucklands und hat einen beeindruckenden Krater. Hier warte ich mit 100 anderen Leuten auf den Sonnenuntergang. Aufgrund der Wolken ist er nicht sehr spektakulär, dennoch schön.
16.04.
Heute ist Sonntag, Ostersonntag. Nichts ist osterlich. Es ist Herbst d.h. es regnet viel. Keine Ostehasen, Eier und sonstiges. Da Sonntag ist, bin ich wieder auf der Ellerslie Carfair und versuche mein Bestes. Aber wieder sind kaum Backpacker unterwegs. Letztendlich wandert Hubble in den Besitz eines Autohändlers über. Es ist traurig. Nun bin ich jedoch frei und bereit für ein neues Abenteuer und das beginnt genau in 48 Stunden und heißt Tonga.
Es tut weh Hubble weg zu geben. Nicht nur wegen dem schlechten Preis, sondern auch weil er mir viel bedeutet. Es war die letzten Monate mein Zuhause und mein ständiger Begleiter. Meine Nussschule. Mein Schildkrötenpanzer. Wir haben viele auf und abs auf NZs Straßen gemeinsam erlebt.
17.04.
Es ist mein letzter richtiger Tag in NZ. Ich packe meine Sachen, packe ein Paket mit Sachen nach Deutschland und kümmere mich um alles, was noch erledigt werden muss bevor ich fliege und spaziere mit Hamish auf one tree hill.
Ich war nun seit Anfang November in NZ. Eine lange Zeit denkt man. Rückblickend fühlt es sich aber eher wie ein Monat an. Wir haben sehr viel gesehen und erlebt. Viel schlechtes Wetter, aber auch schöne Sonnentage. Meine Vorsätze, wie z.B. jeden Tag Frühsport oder Yoga zu machen, sind, sagen wir es mal so, gute Vorsätze. Nur weil ich nicht alle erfüllt habe, heißt es jedoch nicht, dass ich nichts Neues gelernt habe.
Manchmal schien mir die Zeit, die ich noch in NZ habe unendlich lange, nun ist sie vorbei und das schneller, als gedacht. Nun geht das Abenteuer weiter, denn zurück in die Normalität will ich noch lange nicht.