Eine Woche im Wein

10.03.

Das Wetter ist nach wie vor mies. Folglich verbringe den Tag in der Stadt / Library, wo es trocken und warm ist. Abend geht es zu Couchsurfern (Heather und Alessandro) in der Nähe von Napier. Sie sind auf einer Dinnerparty und ich allein bei ihnen – stört mich aber nicht. Am Abend zeigt mir Sandro ihre Hauseigenen Glowworms im Wald. Es ist jedes Mal wieder schön, als wäre man in einem anderen Universum. Ihre scheue Katze folgt und auf Schritt und Tritt. Traut sich nie wirklich nah an uns ran, lässt maunzend aber auch nicht von uns ab. Ein herrliches Tier! Als wir die Taschenlampen ausgemacht haben um die Glowworms zu sehen, kommt sogar plötzlich die Katze zu mir her und lässt sich streicheln. Tolles Tier! 😀

11.03.

Morgens macht Sandro Pfannkuchen. Oh habe ich es vermisst! Als ob er Gedanken lesen kann. Vor ein paar Tagen erst habe ich mir noch gedacht, wie toll es wäre welche zu machen!

Heute geht es für mich weiter nach Gisborne, wo ich morgen auf einem Vineyard anfange zu arbeiten. Ich freue mich und bin mal gespannt wie es wird. Es sind 200 km bis nach Gisborne und natürlich habe ich mal wieder unterschätzt, wie lange man dorthin braucht. Es sind 4 Stunden, aber schöne Stunden quer durch das schöne, hügelige Hobbitland – rauf und runter.

12.03.

Heute ist mein erster Tag auf einem Vineyard und es ist schlimm. Der Boss hat keinerlei Ahnung, wie man Leute anleitet oder wirklich freundlich ist. Ein Beispiel: Es heißt wir haben keine Mittagspause, denn der Regen kommt gegen 2 und bis dahin arbeiten wir durch, haben aber eine kurze Pause. Er kommt jedoch eine Zeit lang nicht zurück, also gehen wir davon aus, dass wir doch Mittag machen. Als er dann nach 40 Minuten aufkreuzt, motzt er uns an, dass er kein schlechtgelaunter Boss sein will, Mittagspause aber 30 Minuten sind. Wie wäre es wenn er es uns das vorher sagt und auch was der Plan ist. Ich sage sowas nicht gerne, aber ich habe wirklich das Gefühl, dass ich nochmal anders behandelt werde, weil ich eine Frau bin. Genauer gesagt die Einzige zwischen vier Mexikanern, einem Italiener und einem Japaner. Dennoch muss ich genauso schwere Kisten schleppen, wie sie. Ich kann ihn auf jeden Fall nicht leiden und möchte nicht für ihn arbeiten. Ich habe aber Glück. Ich habe am Nachmittag noch einen anderen, sehr bekannten Vineyard angerufen, ob sie noch Leute brauchen und tatsächlich kann ich übermorgen bei ihnen anfangen. Ich hoffe mal, dass es dort besser wird.

13.03.

Ich mache heute nicht viel. Ich lerne Gisborne ein wenig kennen und verbringe den Großteil des Tages am Strand.

14.03.

Heute ist mein erster Tag auf dem anderen Vineyard. Ich bin mal gespannt wie es wird. Meine Bosse sind sehr nett, die andren Arbeiter auch, quer gemischt, Kiwis und Traveler. Zwischendrin springt dazu der Hund Baxtor rum. Es ist so anders zu dem anderen Vineyard. Man muss keine schweren Kisten schleppen, die Bosse scheinen sich um einen zu kümmern und ich fühle mich nicht wie in einer Sklavenarbeit. Ich konnte mir zudem eine Mitfahrgelegenheit mit andren arangieren, so muss ich nicht jeden Tag die 20 Min alleine fahren. Der Tag war anstrengend, aber sie wissen wie man Leute für sich hart arbeiten lässt und sie sich trotzdem dabei gut fühlen.

15.03.

Ich schaue aus dem Fenster und alles ist grau und die Bäume werden vom Wind geschüttelt. Alle anderen im Hostel haben heute frei, da es regnen soll. Warum muss ich arbeiten? Schlecht gelaunt ziehe ich also zwei Pullis und die Regenjacke an. Ich frage mich den ganzen Tag warum ich das eigtl. mache. Wir werden von vier kurzen Schauern getroffen, die nicht wirklich schlimm sind, vielleicht ist das Wetter sogar besser als pralle Sonne.

16.03.

Heute war ein langer Tag (fast 10 Stunden). Ich bin nicht nur von oben bis unten von dem Traubensaft klebrig, sondern fühl mich tot. So tot, dass ich es nicht einmal schaffe einen Film anzuschauen.

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17.03.

Das Wetter ist nach wie vor bedeckt und ich lerne es zu schätzen. Sobald die Sonne rauskommt und sie auf unsere Köpfe brennt, ist es unangenehm war.

Wo schlafe ich eigentlich? Es ist ein Hostel namens „Flying nun“. Auf den ersten Blick ist eine Mischung aus gruseligem ehemaligen Kloster, jeder Menge Fliegen, vielen Menschen und Chaos. Am ersten Tag dachte ich mir noch „wo bin ich hier gelandet?“. Die Sauberkeit findet man nur wenn man lange danach sucht, aber es wird täglich geputzt und letztendlich ist es gar nicht so schlimm. Die Leute hier sind bunt gemischt, viele Südamerikaner, eine Gruppe Asiaten und Europäer. Die meisten haben gemeinsam, dass sie schon lange hier sind, quasi in dem Hostel leben, arbeiten gehen und surfen. Ich habe mittlerweile einige Leute kennengelernt und mag diesen Ort.

18.03.

Es sollte ein kurzer Tag bis 1 Uhr werden, leider hat sich unser Boss ein wenig verschätzt und wir waren nach 4 fertig. Andererseits ist es gutes und schnelles Geld, also kann ich mich nicht beschweren. Zum Dank für unsere Arbeit bekommen wir noch alle eine Flasche Wein. Das ist ja auch einiges Wert (wortwörtlich 😉 ). Die Zeit fliegt nur so dahin und ich komme sehr langsam aber deutlich zum Ende meiner NZ Reise. Daher war für mich heute vermutlich der letzte Arbeitstag, da ich bald weitermuss, um genug Zeit zu haben Hubble in Auckland für einen guten Preis verkaufen zu können.

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