Julias erster Monat – Die Ankunft

Was bisher geschah…

Long story short: Der letzte Monat war ein emotionales Auf und Ab. Die Abs hauptsächlich gekennzeichnet durch Autokauf, Autoreparatur, Treffen von komischen Menschen, Übermüdung und Hunger – die Aufs durch Essen, Meer, Seen, Sonne, Treffen von komischen Menschen, usw. Ich war mit Isabelle, meiner Travelmate in Northland unterwegs, habe Autofahren auf der falschen Seite gelernt und einiges erlebt, was ihr im Folgenden genauer nachlesen könnt.

09.11. – 11.11.

Vor ca. 42 Stunden habe ich mich von Garmisch aufgemacht um an das andere Ende der Welt zu kommen. Kia ora! Nun bin ich im Land der großen weißen Wolke angekommen.

Mein Flug ging von München mit einem kurzen Stop in Abu Dhabi nach Sidney. Bevor wir jedoch in wärmere Gebiete starten konnten, waren fleißige Menschen eine halbe Stunde damit beschäftigt unseren Flieger zu enteisen.

Nach ca.24 Stunden kam ich völlig übermüdet in Sidney an. Jeder der mich kennt weiß, dass ich im Sitzen nicht schlafen kann, außer dann wenn man es nicht tun sollte (wie z.B. am Schreibtisch 😀 ).

Ich beeilte mich durch die Sicherheitskontrollen zu kommen und mit dem Zug in die Stadt zufahren (17$ oneway!). Dort angekommen machte ich einen Spaziergang durch den botanischen Garten, der wahnsinnig schön ist. Neben einer großen Anzahl von sportwütigen Menschen (um 7 Uhr morgens!), konnte ich auch noch wahre Schönheiten, wie kleine Papagaien, Kakadus, Palmen, schöne Bäume etc. sehen. Bald konnte ich auch die ersten Umrisse des Opernhauses erhaschen. Ich war neugierig und ging weiter zu Miss Marcquis Chair, einem Aussichtspunkt, von dem man den besten Ausblick haben soll. Das stimmt. Ich traf auf einen Photographen und habe ihn gefragt, ob er nicht ein Foto machen könne, da alle anderen bis jetzt wohl nur noch ihre Smartphones benutzen können. Er meinte er habe einen komischen Job und müsse jemanden fotografieren, weiß aber nicht wen und könne daher nicht. Es stellte sich raus, dass jemand gleich einen Heiratsantrag bekam!

Ich ging weiter zum Operahouse, was aus der Nähe ganz anders aussieht, aber schön ist. Man kennt es aber ja schon von zig Bildern und aus dem Fernsehen.

Auf der Suche nach Essen fand ich eine Eisdiele, in der eine Kugel nur mal 5 $ kostet. Ja Sydney ist teuer. Weiter ging es dann in das Viertel the rocks, das wohl älteste Hafenviertel. Dort war es touristisch, aber ganz schön.

Dann nochmal kurz auf die Harbourbridge hoch, um noch mal die Oper zu sehen.

Totmüde, wie ich war, legte ich mich dann in den Hydepark und hab ein bisschen vor mich hingedöst – man sollte die Sonne wirklich nicht unterschätzen…! Und schon ging es wieder zurück zum Flughafen.

Das erste, was ich mir im Flugzeug von Virgin Australia dachte war, wie sehr ich den Komfort und kostenfreie Verpflegung von Ethihad vermisse.

Nach weiteren 3 Stunden hieß es dann gegen 11pm endlich Kia Ora! Welcome to the land where the orcs live!

Ich hatte ja nun genügend Zeit nachzudenken auf den Flügen, wie wohl die Einreisekontrolle aussehen wird. Was sie mir alles von meinen Medikamenten oder anderem wegnehmen werden. Aber nichts war. Als ich völlig fertig und leicht nervös am Security check (der mittlerweile hundertste in den letzten 2 Tagen) stand, meinte der Herr nur “any fruits, food, honey, tent, …“ – „no“ – „sure?“ – „yes“ und das wars. Kein Visum, kein (nicht vorhandenes) Rückflugticket,… wollte er sehen.

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Also ab in den Bus und ins Hostel, ins Bett!

Samstag, 12.11.

Nach einer sehr unruhigen Nacht (ich bin ein paar Mal aufgewacht und zudem ist das Zimmer über einem Pub und meine Mitmenschen auch die ganze Nacht heimkommen) traf ich mich mit einer Niederländerin, Yanicke, die auch erst ein paar Tage in Auckland war. Wir beide haben ein (ein bisschen beängstigendes) Ziel: Autokauf! Also tauschten wir uns ein wenig aus, gingen spazieren und ich habe versucht gegen meinen Jetlag anzukämpfen, der sich in einer 24 Stunden Übelkeit ausdrückt. Highlight des Tages war nun auch, dass meine Kreditkarte gesperrt war. Angeblich falschen Pin eingegeben… Nunja bis am Abend hat sich das Problem dann wieder behoben. Danke Mama für das nächtliche Aufstehen! Tipp: Den Pin langsam eingeben. Wird der zu schnell eingegeben, überfordert das den Automaten und die Karte wird gesperrt.

Sontag 13.11.

Yanicke und ich fuhren mit Ram – einer, der schon ein gutes Jahr in NZ lebt – zur Ellerslie Car Fair um nach geeigneten Autos Ausschau zu halten. Ram hat uns auf meine allgemeine Anfrage nach Hilfe auf Couchsurfing angeboten mit uns dorthin zufahren und uns ein wenig zu unterstützen. Yanicke fand relativ schnell was sie wollte – ein blaues Auto! Bald kam auch der Besitzer kam bald und meinte wir sollen Probe fahren, die Schlüssel sind im Auto. Nur wann wir denn ungefähr wiederkommen, wollte er wissen. Welch Vertrauen in Fremde! Aber das schien dort, wie wir festgestellt haben, wohl üblich. Also fuhr sie das Auto auf einem Parkplatz daneben Probe und ich hatte auch die erste Begegnung links zu fahren. Nach ein wenig rumschauen, war es so weit, sie kaufte das Auto. Ein gutes Preis/Leistungsverhältnis was die Vans betraf, gab es leider nicht. Dennoch wollte ich nicht gehen, ohne einmal auf dem Parkplatz Test gefahren zu sein. Also fuhren Ram und ich los, endeten aber plötzlich auf der offenen Straße und nicht auf dem Parkplatz! Panik stieg in mir hoch. Ich auf einer offenen Straße, ohne Fahrpraxis aber dafür mit Führerschein in seinem Auto auf dem Parkplatz, in einem nicht versicherten Auto! Aber es lief besser als gedacht. Es half ihn neben mir zu haben. Er sagte mir wo ich hin zu fahren hatte, was zu tun war und nahm mir ein wenig Stress.

Yanicke hatte nun ein eigenes Auto und fuhr nach einem Anruf bei einer Versicherung damit nach Hause. Ram und ich fuhren an eine Promenade, von wo aus man einen wunderschönen Blick auf die Stadt und Hafen hat.

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14.11.Montag

Ich habe es geschafft mich endlich für einen Telefonanbieter zu entscheiden und bin nun Besitzer einer Simkarte. Wohoo! Ich habe herausgefunden, dass es einen kostenfreien Shuttlebus nach Onehunga zum Dress Smart Outlet gibt. Daher habe ich mal rumtelefoniert und siehe da, es gab wirklich einen freien Termin zur Kontoeröffnung dort! Im Center wartet man 2-3 Wochen auf einen Termin! Voller Freude fuhr ich dort hin. Meine Freude wurde jedoch gebremst, als mir die Angestellte sagte, dass eine Email von Hanna (Person der befreundeten Familie in NZ, bei der ich die nächsten Tage verbringen kann) nicht reiche als Bestätigung, denn ich bräuchte eine echte Unterschrift. Sie anzurufen würde auch nicht reichen. Ich bin innerlich explodiert. Sie war aber soo gütig mir ein Konto anzulegen, es aber nicht fei zuschalten. Erst bräuchte ich einen Proof of residence mit Unterschrift, den ich aber netterweise in jeder Filiale vorlegen könnte und dann meine Karte bekommen würde.

Hier in der Gegend kann man auch super indisch etc. essen für 9 $. Aber das kann man wohl viel in so kleinen Restaurants außerhalb der City.

Schnell noch zum Autohändler gerannt, habe ich auf die Schnelle aber auch nichts Überragendes gesehen. Hätte ich später zu Hanna fahren können, wär alles ein bisschen stressfreier gewesen…

Bei Hanna angekommen, war auch Suna da, die Patentochter einer ehemaligen Kollegin von Bernd und es gab Abendessen.

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