09.12.2016
„Bub, du musst aufpassen, die fahren dort fei links!“ – „Ja, hab ich gehört.“
„Kannst du denn eigentlich links fahren?“ – „Wird kein Weg dran vorbeigehen.“
„Du, die Praxmarers waren ja in Irland und haben gemeint, das sei unmöglich!“ – „Mhmm“
„Willst du dort nicht vielleicht doch lieber mit den Öffentlichen fahren?“ – „Ich denk darüber nach…“
…als ob!
Ja, in Neuseeland wird links gefahren. Und ja, ich wusste das. Und dennoch nahm ich freudenstrahlend den Autoschlüssel, stieg links ein und fand mich auf dem Beifahrersitz wieder. Hier ist einfach alles spiegelverkehrt. Das ganze Land ist spiegelverkehrt! Daheim ist Winter, hier ist Sommer. Daheim 5 Uhr morgens, hier 5 Uhr abends. Daheim fährt man rechts, das Lenkrad ist links, der Blinker ist links, hier fährt man links, das Lenkrad ist rechts und der Blinker ist ebenfalls rechts. Letzteres merke ich an der ersten Kreuzung, an der ich fröhlich versuche mit dem Scheibenwischer die Richtung anzuzeigen. Wenig später sehe ich jedoch ein nettes Mädl an einer Kreuzung im Auto neben mir, die ebenfalls mit ihrem Scheibenwischer blinken will. Ich bin nicht der einzige Depp- wie schön.
An sich ist das Fahren in Neuseeland ganz einfach: Immer den Anderen hinterher. Dann kann auch nichts schiefgehen. Außer die anderen sind auch doofe Touristen, dann kann das schon mal ganz schön doof ausgehen. Was bisher noch nicht der Fall war.
Mein erster Tag in Neuseeland geht nach so manchen spaßigen Verkehrserfahrungen und vielen neuen Eindrücken in einem echten Bett in der Wohnung zweier Kletterer zu ende. Wir genießen nochmals die Annehmlichkeiten einer warmen Dusche und einer echten Matratze. In den kommenden Wochen und Monaten werden wir feststellen wie schön sowas doch ist- und gleichzeitig auch merken, wie wenig man das im Grunde braucht.